Europa-AG: Vielfalt als Bereicherung

„Weltweit fühlt sich an wie hier“: Vielfalt als Bereicherung

Europawoche am Berufskolleg Dinslaken setzte Zeichen für Toleranz und Miteinander

Von Gabriele Fengels
presse@bkdin.de

„Nice to meet you!“ Begleitet von stimmungsvoller Klaviermusik, dargeboten von Schülerin Juliette, formieren sich Schülerinnen und Schüler des Bereichs Gesundheit und Soziales mit kunstvoll gestalteten Buchstaben auf der Bühne. Dann ein buntes Sprachmosaik aus „Herzlich Willkommen, Salam, Bienvenue, Welcome …“ Europa spricht viele Sprachen und so war die Begrüßung zur Abschlussveranstaltung der Europawoche auch in diesem Jahr wieder international.

Zahlreiche Punkte auf der projizierten Weltkarte veranschaulichten eindrucksvoll, dass die Schülerschaft des Berufskollegs insgesamt 48 Herkunftsländer aufweist. Dass man das hier nicht als Problem, sondern als Bereicherung sieht, wurde in der Veranstaltung einmal mehr deutlich. So berichtete Lehrerin Barbara Meurer sichtlich stolz vom Projekt „Schülerinnen und Schüler werden Lehrerinnen und Lehrer“: Lernende aller Bildungsgänge vermitteln interessierten Mitschülerinnen und Mitschülern ihre Muttersprache. Türkisch, Arabisch, Deutsch als Fremdsprache, Koreanisch – das Angebot wächst und wird gut nachgefragt.

„Weltweit fühlt sich an wie hier“. Schulleiter Florian Eckert zeigte in seiner Begrüßung auf, wie hoch der Stellenwert des europäischen Gedankens am Berufskolleg ist, wie wichtig allen am Schulleben Beteiligten eine positive Haltung zu Vielfalt und Lebendigkeit ist.

„Schule ist nicht nur eine Institution der Kompetenzentwicklung, sondern vor allem auch ein Ort der Begegnung, der Veränderung und des Voneinander-Lernens ganz unterschiedlicher Menschen.“ Auslandserfahrungen, betonte der Schulleiter, die das Berufskolleg mit seinen zahlreichen europäischen Partnerschaften allen Schülerinnen und Schülern ermöglicht, sind von außerordentlicher Wichtigkeit für die persönliche und schulische Weiterentwicklung.

Ehrengast Dr. Tagrid Yousef,
die die Stadt Dinslaken als Beigeordnete vertritt,


war selbst einmal Berufsschullehrerin und schilderte, wie sehr sie das Unterrichten und die Begegnung mit der Vielfalt der Kulturen an dieser bunten Schulform vermisst. „We are a symphony, joining hands in harmony, we come together in unity” zitierte sie den „Europe-Song“: Viele Kulturen, viele Geschichten an einem gemeinsamen Ort des Lernens. Europa sei nicht nur ein Begriff, ein geographischer Raum, sondern vor allem Gemeinschaft, Vielfalt und Zusammenhalt. So sieht Tagrid Yousef die inzwischen 50jährige Partnerschaft zwischen Dinslaken und dem französischen Agen als Beispiel dafür, dass Grenzen nicht trennen, sondern Brücken sind. An die Schülerinnen und Schüler richtete sie den Appell: „Sie sind die Zukunft Europas. Mit ihrer Herkunft, Ihren Talenten und Träumen sind Sie das lebendige Zeichen dafür, dass Europa mehr ist als einzelne Staaten. Europa braucht Sie, es lebt durch Sie. Seien Sie neugierig auf Begegnungen und Sichtweisen, lernen Sie voneinander!“

 

Regina Schneider, Euregio-Ambassadeur und ehemalige Leiterin einer Schule, war in diesem Jahr zum zweiten Mal eingeladen.

 

Einen Kuchen brachte sie mit, um aufzuzeigen, wie viele Menschen aus aller Welt dieses Geschenk durch ihre Arbeit, ihren Beitrag ermöglicht haben. Mehl, Zucker und die anderen Zutaten, hergestellt in und geliefert aus verschiedenen Ländern, Menschen, die die nötigen Maschinen und Werkzeuge herstellen, Transportmittel bereitstellen, Transportwege sichern… „Wie viele Hände waren wohl beschäftigt, damit dieser Kuchen heute hier ist. In diesem Kuchen sehen wir die ganze Welt. Ein Produkt, das mehr ist als die Summe seiner einzelnen Teile. Erst durch das Zusammenspiel aller Teile ist es zu einem Ganzen geworden.“ Eine wunderbar anschauliche Metapher für das Zusammenwirken der europäischen Partner.

Wie fühlt es sich für Sie hier an? Vertraut oder fremd? Beheimatet oder unwillkommen? Sorgenfrei oder besorgt? Frei oder unfrei? Fragen über Fragen, die Regina Schneider in ihrer unverwechselbar zugewandten und interessierten Art an die Schülerinnen und Schüler richtete und damit zur Reflektion anregte. Wie haben Sie sich an Ihren europäischen Praktikumsorten gefühlt? Schule, so vermittelte Regina Schneider eindringlich, ist Lernort in der Euregio, ein Ort, der auf Zukunft ausgerichtet ist. Welche Vorstellung jeder einzelne von der Zukunft hat, welchen Beitrag ein junger Mensch leisten möchte und worauf es ihm dabei ankommt – das bestimmt auch die Zukunft eines vielfältigen Europas. Sich zu entwickeln zu einer Künstlerin, einem Künstler im Zusammenleben der Menschen – dazu rief die Euregio-Botschafterin auf: Mit offenen Sinnen und ideenreich das Trainingsfeld Schule nutzen und gemeinsam darauf hinarbeiten, dass Menschen weltweit ein gutes und sicheres Leben führen können, das sieht sie als Mission der Jugendlichen. Auf jeden einzelnen komme es dabei an.

Schülerin Mia berichtete über den Frankreichaustausch der Klasse 12 des Wirtschaftsgymnasiums und stellte einen Radiospot in französischer Sprache vor, der im Rahmen eines Austauschs mit einem Berufskolleg in der Nähe von Paris erstellt wurde. Die Jugendlichen erkundeten nicht nur Pariser und Dinslakener Unternehmen und Institutionen, sondern warben auch ideenreich und tatkräftig mit diesem gemeinsamen deutsch-französischen Projekt für die Stadt Dinslaken.

Europakoordinator Norbert Beck stellte die Vielfalt der Auslandspraktika vor, die das Berufskolleg mit seinen Partnerorganisationen Schülerinnen und Schülern aller Bildungsgänge und Abschlüsse ermöglicht. Zu den meistbereisten Ländern gehören dabei England, Frankreich, Irland, Griechenland und Spanien. Jährlich kommen weitere Ziele dazu.

Europass Mobilität

 

Sichtlich stolz nahmen die erfolgreichen Auslandspraktikantinnen und -praktikanten des vergangenen Schuljahres ihre „Europässe Mobilität“ von Regina Schneider entgegen. Wichtige Dokumente, die einen wertvollen Beitrag auf dem Weg in den Beruf leisten können. Vielfältig waren die Aufgaben und Erfahrungen in den Praktika: Da wurden in Griechenland Motherboards auseinandergebaut, repariert und wiederverwendet. In London war man beeindruckt von der britischen Höflichkeit, in Spanien und Italien konnte man neue Erkenntnisse zu Erziehung und Altenpflege gewinnen. Wichtigste Erkenntnis der Reisenden: Offenheit ist unabdingbar, Kommunikation ist immer möglich.

Zum Abschluss dankte Europakoordinatorin Susanne Schoel im Namen des Europateams allen Beteiligten für ihre engagierten Beiträge. Natürlich wird die Tradition der Europawoche auch im kommenden Schuljahr fortgesetzt. Schon jetzt gibt es Ideen für ein neues Motto und neue spannende Europa-Projekte.

FEN, 11/25


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