Gedenkveranstaltung am Leiterwagen-Mahnmal

Mit Schülerinnen und Schülern des Berufskollegs Dinslaken:

Dinslakener Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht von 1938

Nach mehrjähriger Coronapause fand in diesem Jahr am 10. November wieder eine Gedenkveranstaltung zum antijüdischen Novemberpogrom von 1938 statt.  Schülerinnen und Schüler der Klassen SGEM1 und THBO1 des Berufskollegs Dinslaken wirkten an der Gestaltung des Gedenkens am Leiterwagen im Stadtpark vor dem Rathaus mit.

Nach den Ansprachen von Vertreterinnen und Vertretern des Evangelischen Kirchenkreises der Stadt Dinslaken, der Bürgermeisterin Frau Eislöffel und dem Rabbiner Herrn Geballe, stellten die Schülerinnen und Schüler ein Geocaching-Projekt zum Steinigen Weg vor. Im Anschluss schilderten sie die lange Geschichte des jüdischen Lebens in Dinslaken, von der Zeit des Mittelalters bis zum steten Anstieg während der Industrialisierung Dinslakens. Die Synagoge, die jüdische Schule und der ehemalige jüdische Friedhof befinden sich in unmittelbarer Nähe zur Neustraße auf dem ehemaligen Klostergelände.

Im Novemberpogrom, so berichteten die Schülerinnen und Schüler weiter, wurde das Waisenhaus auf der Neustraße vom Nazischergen geplündert. Die Waisenkinder mussten unter den verächtlichen Blicken der Stadtbevölkerung, gezogen an einem Leiterwagen, das zerstörte Haus verlassen und wurden in einer Altstadtgaststätte untergebracht. Ähnlich erging es Leopold Strauss, dem angesehenen jüdischen Lehrer der Berufsbildenden Schule. Zunächst misshandelten SA-Leute ihn in seiner Wohnung auf der Duisburger Straße, bevor Schüler aus der Berufsschule (später Berufskolleg Dinslaken) den 77jährigen angriffen und weiter verletzten. Leopold Strauss suchte Schutz bei seinen Kindern in Essen und verstarb ein halbes Jahr später an den Folgen der schweren Verletzungen.

Antisemitismus in seinen verschiedenen Erscheinungsformen ist heute immer noch eine Bedrohung für Menschen jüdischen Glaubens und für die gesamte demokratische Gesellschaft. Darauf machten die Schülerinnen und Schüler eindringlich aufmerksam, indem sie antisemitische Vorfälle der letzten Jahre auf einer Holzstele dokumentierten. Diese Vorfälle ereigneten sich bereits vor der erneut aufkommenden antisemitischen Stimmung nach dem Massaker der islamistischen Hamas in Israel am 07. Oktober.

WM, 11/2023

Die Neue Rhein/Neue Ruhr Zeitung (NRZ) hat zu dieser Gedenkveranstaltung einen ausführlichen Bericht veröffentlicht: 85 Jahre Pogrom: Gedenkfeier in Dinslaken – „Wir sind gefragt“


Geocaching-Projekt zum Steinigen Weg (Stolpersteine in Dinslaken)

Die Klasse THBO1 (Höhere Berufsfachschule für Informations– und Kommunikationstechnik) hat für interessierte Bürger*innen unter Anderem einen QR-Code mit Routenplan entwickelt, um zu den Dinslakener Stationen der Stolpersteine geführt zu werden. Dazu wird der QR-Code (siehe Abbildung) mit geeigneter Kamerasoftware auf Ihrem Gerät erfasst. Hier können Sie das Projekt mit dem QR-Code-Scanner auf ihrem Mobiltelefon oder Tablet testen:

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